Kyryl (er/ihm) untersucht, wie Wahrnehmung und soziale Strukturen konstruiert und verkörpert werden. Raum wird dabei selbst zum Akteur. An der Jungkunst zeigt Kyryl zwei raumgreifende Arbeiten, in denen verschiedenen Auffassungen von Raum und Zeit im Zentrum stehen: die lineare Zeit des Alltags – messbar, kumulativ, zielorientiert, geprägt von Terminen und Abläufen – und eine Zeit als Dauer: ein Zustand ohne Anfang und Ende, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart überlagern.
Im an die Wand angelehnten quadratischen Werk bilden vier menschliche Gestalten einen geschlossenen Ring in einem engen, brutalistischen Raum. Körper und Architektur bedingen einander in einem endlosen Kreislauf. Eingepasst in eine von ihnen selbst geschaffene Architektur, werden sie zugleich eingeschränkt und vollendet. Der Ouroboros wird zum gesellschaftlichen Sinnbild. In der installativen Arbeit rückt die Leere in den Mittelpunkt. Vier Objekte aus je zwei Pyramidenstümpfen bleiben wenige Zentimeter voneinander entfernt. Sie stehen kurz vor der Berührung – und bleiben doch getrennt. Der Zwischenraum wird zum Ort der Erwartung. Die Vollendung bleibt aus.