Kunstschaffende

Kyryl Korin

Kyryl (er/ihm) untersucht, wie Wahrnehmung und soziale Strukturen konstruiert und verkörpert werden. Raum wird dabei selbst zum Akteur. An der Jungkunst zeigt Kyryl zwei raumgreifende Arbeiten, in denen verschiedenen Auffassungen von Raum und Zeit im Zentrum stehen: die lineare Zeit des Alltags – messbar, kumulativ, zielorientiert, geprägt von Terminen und Abläufen – und eine Zeit als Dauer: ein Zustand ohne Anfang und Ende, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart überlagern.

Im an die Wand angelehnten quadratischen Werk bilden vier menschliche Gestalten einen geschlossenen Ring in einem engen, brutalistischen Raum. Körper und Architektur bedingen einander in einem endlosen Kreislauf. Eingepasst in eine von ihnen selbst geschaffene Architektur, werden sie zugleich eingeschränkt und vollendet. Der Ouroboros wird zum gesellschaftlichen Sinnbild. In der installativen Arbeit rückt die Leere in den Mittelpunkt. Vier Objekte aus je zwei Pyramidenstümpfen bleiben wenige Zentimeter voneinander entfernt. Sie stehen kurz vor der Berührung – und bleiben doch getrennt. Der Zwischenraum wird zum Ort der Erwartung. Die Vollendung bleibt aus.



Wenn du ein neues Projekt beginnst, wie gehst du konkret bei der Umsetzung vor, und wie viel davon entwickelt sich erst im Laufe des Arbeitsprozesses?
Das ist bei jedem Werk ganz unterschiedlich. Ein Werk kann mit einer Beobachtung oder einem Gefühl beginnen, während ein anderes mit physischem Material und einer konkreten Vorstellung startet. Der Prozess ist auf jeden Fall entscheidend. Letztendlich zählt die Umsetzung der Idee, nicht umgekehrt.

Wie wählst du im Allgemeinen die Materialien aus, mit denen du arbeitest?
Ich schaue mir an, was mich umgibt. Oft betrachte ich Materialien so, als wären sie Farben in verschiedenen Tönen. Jedes hat eine Geschichte, weckt Assoziationen und Gefühle, vermittelt eine Metapher, beeinflusst unsere Wahrnehmung des Gesehenen – es trägt Informationen in sich.

Wie gehst du in deinen Arbeiten Themen wie konditionierte Verhaltensweisen oder Machtdynamiken an?
Ich interessiere mich generell dafür, wie die Gesellschaft funktioniert. Das erfordert Beobachtung und Präsenz. Das prägt mich unweigerlich durch meine Erfahrungen, und manche Aspekte dieser Erfahrungen finden in meinen Arbeiten ihren Widerhall. Diese beiden Themen sind lediglich ein Teil dieser Spiegelung.

Lararium, 2026.

Armour (3/3), 2026.

A Place to Be, 2026.

Haste, 2026.

Skin-Deep, 2025.