Als Tochter portugiesischer Einwander*innen beschäftigt sich Kika Vilela (sie/ihr) mit der Erfahrung des Dazwischen. Diese verbindet sie mit dem portugiesischen Begriff «Saudade»: Einer Sehnsucht nach Menschen, Orten und Momenten, die abwesend sind und dennoch fortwirken. In ihrer künstlerischen Praxis übersetzt Kika dieses schwer greifbare Gefühl in imaginäre Räume. Blau-weisse Keramikfliesen bilden die Grundlage der Bildwelten und führen in einen vertraut anmutenden, zugleich fiktionalen Raum. Die portugiesische Azulejo-Tradition und ikonografische Darstellungen bleiben erkennbar, werden jedoch in ihrer Bedeutung verschoben neu lesbar.
Durch ihre Beständigkeit trägt Keramik die Möglichkeit des Überdauerns in sich. Das Salz führt diesen Gedanken als Material der Konservierung weiter und wird zu einer zweiten Schicht des Bewahrens. So konserviert Kika nicht einen bestimmten Ort, sondern Erinnerungen an Nähe und Zusammensein.