Kunstschaffende

Phyrexian & Amelia

Phyrexian & Amelia (Anja Ripoll, sie/ihr & Tristan Cubero, er/ihm) entwickeln in ihrer gemeinsamen künstlerischen Praxis spekulative Welten. Ihre Arbeit beginnt mit Gesprächen, Texten und einem gemeinsamen Prozess des Imaginierens. Aus diesem Austausch greifen sie Fragmente grösserer fiktiver Universen heraus, die in Keramik, Malerei, Zeichnung und Skulptur Gestalt annehmen.
Diese Welten sind geprägt von Überlegungen zu Zerfall und Zusammenbruch. Für Phyrexian & Amelia ist die Apokalypse nicht einfach ein zukünftiges Ereignis; sie kann auch Prozesse beschreiben, die sich bereits seit Jahrhunderten vollziehen. Ein Gefühl des Endes kann dort beginnen, wo Ressourcen erschöpft oder zerstört werden, seien sie ökologischer, sozialer oder spiritueller Natur. Ihre Fiktionen bewegen sich frei zwischen dem, was geschehen ist, dem, was geschieht, und dem, was noch kommen könnte.

Jedes Werk gibt nur einen Ausschnitt preis. Landschaften wechseln zwischen mikroskopischen und planetarischen Massstäben; organische Formen mutieren, Architekturen tauchen auf und verschwinden, Spuren menschlicher Aktivität bleiben zurück. Zusammen bilden diese Fragmente Teile einer Welt, deren vollständige Geschichte irgendwo jenseits der Werke weiterexistiert.



Welche Bilder fliessen in die Welten ein, die ihr erschafft, und auf welche Referenzen kommt ihr immer wieder zurück?
Unsere Vorstellungswelt speist sich vor allem aus der Popkultur, aus den eher «nerdigen» Referenzen und aus unserer Erfahrung als eine Generation, die mit Fernsehen, Videospielen, Filmen, Zeichentrickserien usw. aufgewachsen ist. Von einer traditionellen Kunst- oder bürgerlichen Kultur sind wir eher wenig geprägt. Bilder aus der Popkultur sind für uns ein wichtiges Material, aus dem wir unsere eigenen Welten bauen.

Unsere Referenzen reichen von gotischer und barocker Architektur über religiöse Malerei und Kultstätten verschiedener Traditionen bis hin zu Horrorfilmen, Graffiti und Tattoos. Uns interessiert besonders, wie diese Formen Vorstellungswelten und Atmosphären erzeugen und bestimmte Beziehungen zum Körper, zum Sakralen und zum Raum entstehen lassen. Diese teilweise sehr weit voneinander entfernten Referenzen treffen in unserer Praxis ganz selbstverständlich aufeinander und fliessen in die Konstruktion unserer Universen ein.

Hive Desoleum, 2025 und Doom of Malan’tai, 2025.

Citizens of Syll’Esseke, 2023. Ausstellungsansicht

Sursum Corda, 2025. Ausstellungsansicht

Issel Dravix, 2025.

Sursum Corda II, 2025 und Katharsis, 2025.

Codex Ka’bandha, 2025.