Kunstschaffende

Peter Kradolfer

Peter Kradolfer (he/they) untersucht in seiner Praxis die Verbindungen zwischen sozialen und ökologischen Strukturen, Material und menschlichem Körper. In Oaktown überlässt er einen Eichenparkettboden über mehrere Wochen einem Zusammenspiel aus Licht, Metall, Wasser und Witterung. Die Gerbsäure des Holzes reagiert mit gefundenen Metallobjekten und hinterlässt dunkle Spuren; ein Bild, dessen Entstehung Peter zwar anstösst, aber nur bedingt kontrolliert. In der Skulpturenserie Neornamente führt er diesen Prozess weiter. Ehemalige Metallgitter, die einst Innen und Aussen voneinander trennten, werden zerlegt und zu neuen, offenen Strukturen zusammengesetzt. Zwischen Organischem und Industriellem, Kontrolle und Eigenleben entstehen so Räume, in denen vermeintlich klare Grenzen durchlässig werden.



Wie verändert sich dein Verhältnis zum Werk, wenn du weisst, dass du nicht allein für seine endgültige Form verantwortlich bist?

Ich sehe kreative Prozesse als bereits existierende Verhältnisse, die Künstler*innen aufnehmen und weiterentwickeln können. Den Dingen, mit denen ich arbeite, Handlungsmacht zuzuschreiben, empfinde ich als befreiend und zugleich herausfordernd. Es bedeutet für mich, erlernte Vorstellungen von Leistung und Endprodukt zu hinterfragen und dem Prozess selbst mehr Bedeutung und Vertrauen zu geben. 

Welche Rolle spielt der menschliche Körper in deinen Arbeiten?
In der Frage, wie unser Körper funktioniert, liegt für mich eine grosse Inspirationsquelle. Wir sind zirkulierende Systeme, funktionierend in zirkulierenden Systemen. Ich möchte Verbindungen zwischen Körper und Welt durch Kunst erfahrbar machen, um besser zu verstehen, was wir sind und was es zu tun gibt.

Neornamente, 2026.