Peter Kradolfer (he/they) untersucht in seiner Praxis die Verbindungen zwischen sozialen und ökologischen Strukturen, Material und menschlichem Körper. In Oaktown überlässt er einen Eichenparkettboden über mehrere Wochen einem Zusammenspiel aus Licht, Metall, Wasser und Witterung. Die Gerbsäure des Holzes reagiert mit gefundenen Metallobjekten und hinterlässt dunkle Spuren; ein Bild, dessen Entstehung Peter zwar anstösst, aber nur bedingt kontrolliert. In der Skulpturenserie Neornamente führt er diesen Prozess weiter. Ehemalige Metallgitter, die einst Innen und Aussen voneinander trennten, werden zerlegt und zu neuen, offenen Strukturen zusammengesetzt. Zwischen Organischem und Industriellem, Kontrolle und Eigenleben entstehen so Räume, in denen vermeintlich klare Grenzen durchlässig werden.