«Form folgt Funktion» – oder so ähnlich. In Yoonsuk Parks (sie/ihr) Arbeiten neigt die Form jedoch dazu, vom vorgesehenen Weg abzukommen. Vertrauten Gegenständen wachsen körperliche Merkmale, sie verlagern ihr Gewicht oder bringen uns dazu, neu darüber nachzudenken, wie wir uns ihnen gegenüber eigentlich verhalten sollen. Die Funktion bleibt bestehen, doch die Regeln sind nicht mehr ganz so stabil.
Yoonsuks Skulpturen untersuchen die Beziehungen, die zwischen Körpern, Objekten und den Menschen um sie herum entstehen. Indem sie die Besuchenden mit den Arbeiten interagieren lässt, bringt sie deren eigene Bewegungen und ihr Gewicht ins Spiel. Gleichgewicht ist daher nie etwas, das, einmal erreicht, einfach bestehen bleibt, sondern ein fortlaufendes Aushandeln: Jede Bewegung führt zu einer neuen Anpassung, jede Verschiebung verlangt nach einer Reaktion.
Vielleicht geht es beim Gleichgewicht weniger darum, stillzustehen, als vielmehr das Wanken zu beherrschen?