Kunstschaffende

Marc Hansjörg Lieberherr

Im abgedunkelten Raum bildet rotes Licht das Zentrum von Power Plant. Achtzehn im Kreis angeordnete Knicklichter leuchten für einige Stunden, bevor ihre chemische Reaktion nachlässt und sie ersetzt werden müssen. Marc Hansjörg Lieberherr (er/ihm) greift damit ein Leuchtmittel auf, das unter anderem in Notsituationen zur Orientierung und Kommunikation dient. Aus Lautsprechern erklingen Fragmente von Diskussionsrunden. Die Stimmen überlagern sich, sodass einzelne Aussagen ihre Verständlichkeit verlieren. So entsteht aus voneinander getrennten Gesprächen eine gemeinsame klangliche Ebene.
Marc Hansjörg versteht Power Plant als Sinnbild für eine soziale «Bubble». Diese kann sich durch die Anwesenheit der Besuchenden entweder erweitern oder durch ihre Abwesenheit wieder verkleinern. Die Stühle markieren einen geschlossenen sozialen Raum, der Nähe innerhalb der eigenen «Bubble» ermöglicht und zugleich eine klare Grenze nach aussen zieht. Die Besuchenden bleiben ausserhalb dieser Konstellation und werden somit selbst mit Fragen nach Zugehörigkeit und Ausschluss konfrontiert.



Ursprünglich bestand Power Plant aus mehreren «Bubbles», nun konzentrierst du dich auf eine einzige. Was hat zu dieser Veränderung geführt?

Während des Arbeitsprozesses wurde mir bewusst, dass ich selbst Teil einer «Bubble» bin und letztlich nur aus der eigenen Perspektive sprechen kann. Ich kann nicht behaupten, zu wissen, wie andere Gemeinschaften funktionieren oder wie sie sich von innen anfühlen. Deshalb habe ich die Installation auf eine einzelne Power Plant reduziert. Sie steht symbolisch für die eigene «Bubble», die zunächst geschlossen erscheint.

MIMIC, 2025.

MIMIC, 2025.