Kunstschaffende

Elia Menang Setiadi

Was geschieht, wenn ein Gemälde die Wand verlässt und selbst zum Raum wird? Elia Menang Setiadi (er/ihm) versteht Malerei als offenen Prozess. Gesten, Worte, Klänge, Farben und Texturen aus dem Alltag fliessen in seine Arbeit ein, werden überlagert, verwandelt und neu miteinander verwoben. 

Für die Jungkunst entwickelte Elia eine räumliche Installation aus mehreren Gemälden. Wie ein Paravent durchzieht sie den Ausstellungsraum, öffnet und verschiebt Sichtachsen und macht Malerei körperlich erfahrbar. Die Bilder treten aus ihrer gewohnten Position heraus in einen unmittelbaren Dialog miteinander, mit der Industriehalle, mit uns im Raum. Zwischen Sehen und Weitergehen, Innehalten und Bewegung entsteht ein eigener Rhythmus. Die Installation wird zu einem durchlässigen Gefüge, in dem Malerei, Raum, Wahrnehmung und Sprache ineinandergreifen. Was zunächst als Fragment erscheint, wird im nächsten Moment Teil eines grösseren Zusammenhangs.



Wie entsteht ein Gemälde von dir?

Einem Impuls, einem Interesse, einem Geschmack folgend und von dort aus mehrere Türen zu verschiedenen Räumen öffnend. Diese Räume betreten, einige ihrer Inhalte mitnehmen, sie verstreuen, miteinander vermischen und in neue Formen wandeln lassen. Sie sichtbar werden lassen und wieder auflösen. In ein Spiel zu kommen und verschiedene Melodien aus Formen und Farben entstehen zu lassen, die zu meiner Sprache werden. Ich sehe meine Arbeit auch oft als (Raum aus) Gedichten, die hin und her fliegen, einige davon werden kurz sichtbar, bevor sie schon wieder nicht sind und etwas Neues und Anderes werden.

Was kann Malerei im Raum eröffnen, was ein Bild an der Wand vielleicht nicht kann?
Ich mag es, die Gestalt der Malerei wandeln zu lassen und dem Bekannten etwas entgegenzustellen. Ich male oft auf dem Boden, mich auf meinen Arbeiten bewegend, und mag diesen erdenden Charakter, den ich übertragen möchte. Das in den Raum Hineintreten öffnet die Möglichkeit, das Malen auch als Skulptur und Objekt zu denken. Malerei wird plötzlich begehbar, die den Raum und die Orientierung im Raum bestimmt und zu einem Körper mit einer physischen Präsenz wird.