Graben, kreisen, fallen, wiederholen. In rumination bewegt sich ein Körper durch wiederkehrende Zustände, deren Rhythmen und Intensitäten sich fortlaufend verändern. Die Solo-Performance reagiert auf den jeweiligen Ort und das Publikum. Die Umgebung wird Teil der Arbeit und beeinflusst, wie Bewegung entsteht und wahrgenommen wird.
Ausgehend vom Zustand des Grübelns, dem wiederholten Kreisen um Gedanken und Erfahrungen, fragt die Performance nach dem Verhältnis von Kreativität, Arbeit und Produktivität. Wiederholung wird zur körperlichen Spur eines Alltags, in dem der Druck, aktiv, sichtbar und produktiv zu bleiben, zunehmend verinnerlicht wird. Statt fortwährend Neues hervorzubringen, beginnt David Dragan (keine/they/them) zu graben: auf der Suche nach dem, was sich bereits im Körper abgelagert hat. Gewohnheiten, Erwartungen und Gesten werden freigelegt, wiederholt und verändert. Der Körper wird zum Archiv gesellschaftlicher Anforderungen und zugleich zu einem Ort, an dem diese Ordnungen an ihre Grenzen geraten.